Greenwashing erkennen: 12 typische Marketing-Tricks – und wie du sie in 60 Sekunden prüfst
Share
„Nachhaltig“, „eco“, „bewusst“, „grün“ – klingt gut. Und trotzdem bleibt bei vielen Produktseiten ein komisches Gefühl: Ist das echt oder nur hübsch formuliert? Genau dafür ist dieser Beitrag da. Du bekommst 12 typische Greenwashing-Tricks – und eine 60-Sekunden-Routine, mit der du beim Onlinekauf schneller Klarheit bekommst.
Neu hier? Starte mit Start hier: Nachhaltige Kindermode
Alle Themenwelten findest du im Blu.Brudi Ratgeber
Passende Themenwelten dazu:
Siegel, Fairness & Transparenz
Materialien & Babyhaut
Der 60-Sekunden-Check (speichern, immer wieder nutzen)
Wenn du nur eine Minute hast, mach genau das:
- Material: Steht konkret da, woraus es ist? (z. B. Bio-Baumwolle, Lyocell)
- Siegel: Gibt es ein echtes Siegel oder nur „zertifiziert“ als Wort?
- Transparenz: Gibt es Herkunft/Produktion/Partner – oder bleibt alles vage?
- Pflege & Haltbarkeit: Ist es alltagstauglich oder nur „schön für ein Foto“?
Wenn du einen ausführlichen Einkaufsablauf willst:
Nachhaltige Kindermode: Einkaufs-Check in 10 Minuten
12 typische Greenwashing-Tricks (und wie du sie entlarvst)
1) „Nachhaltig“ ohne Erklärung
Trick: Das Wort steht überall – aber ohne Fakten.
Prüfung: Suche nach Materialzusammensetzung, Produktionsort, Siegel.
2) „Eco“ / „Conscious“ / „Green“ als Kollektion
Trick: Eine grüne Unterlinie beruhigt das Gewissen, während 95% des Sortiments Fast Fashion bleibt.
Prüfung: Schau, ob die Angaben nur für einzelne Produkte gelten oder wirklich konsequent sind.
3) „Recycelt“ ohne Kontext
Trick: „Recycled Polyester“ klingt nachhaltig – kann aber weiterhin Mikrofasern verlieren.
Prüfung: Recycelt ist nicht automatisch „problemfrei“. Bei Basics für Babyhaut oft lieber Naturfaser wählen.
Mehr dazu: Mikroplastik & Kinderkleidung
4) „Zertifiziert“ ohne Siegelname
Trick: „Zertifiziert“ steht da – aber von wem?
Prüfung: Suche nach GOTS, OEKO-TEX® oder einer klaren Zertifikatsangabe.
Siegel schnell verstehen:
Bio, GOTS oder OEKO-TEX®?
5) Siegel wird „falsch“ benutzt
Trick: Ein Siegel wird erwähnt, aber bezieht sich nur auf einen Teil (z. B. Garn, Verpackung, „getestet“ statt zertifiziert).
Prüfung: Lies genau: Worauf bezieht sich die Aussage?
6) „Klimaneutral“ durch Kompensation
Trick: „Klimaneutral“ wird oft über Ausgleichszertifikate kommuniziert.
Prüfung: Gibt es Infos zur tatsächlichen Reduktion (Material, Produktion, Transport) oder nur Kompensation?
7) „Natürlich“ bei synthetischen Materialien
Trick: „Natur-inspiriert“ / „soft like nature“ – und dann 80% Polyester.
Prüfung: Materialliste checken. Immer.
8) „Made in …“ als Nebelkerze
Trick: „Designed in Germany“ klingt wie Produktion in Deutschland, ist es aber nicht.
Prüfung: Suche nach „Made in“/Produktion/Herstellungsland.
Wenn dich das Thema interessiert:
Kinderkleidung Made in Germany – die bewusste Wahl
9) „Vegan“ als grünes Feigenblatt
Trick: Vegan wird hervorgehoben, obwohl das Produkt trotzdem problematische Materialien/Verarbeitung haben kann.
Prüfung: Vegan ist gut – aber checke zusätzlich Material, Siegel, Transparenz.
10) „Wir lieben die Erde“ statt Fakten
Trick: Storytelling, Naturbilder, warme Texte – aber keine harten Angaben.
Prüfung: Kannst du nach 60 Sekunden sagen: Woraus? Wo produziert? Welche Standards?
11) Ultra-Rabatte und Dauer-Sales
Trick: Permanente Rabatte pushen Überkonsum und schnelle Ware.
Prüfung: Frag dich: Warum ist es dauerhaft so billig?
Als Kontext:
Fast Fashion – die Schattenseiten & wie du gegensteuerst
12) „Langlebig“ ohne Qualitätssignale
Trick: Langlebigkeit wird behauptet, ohne Verarbeitung/Pflege/Qualität zu zeigen.
Prüfung: Gibt es Detailinfos? Pflegehinweise? Stoffdicke? Nähte? Bündchen?
Pflege vertiefen:
Pflege & Langlebigkeit
3 schnelle Beispiele (so sieht der Check in echt aus)
Beispiel A: „Eco Kids Hoodie“
- Material: 80% Polyester
- Siegel: „zertifiziert“ ohne Name
- Transparenz: keine
→ Ergebnis: sehr wahrscheinlich Greenwashing.
Beispiel B: „Bio Body“
- Material: Bio-Baumwolle klar angegeben
- Siegel: GOTS/OEKO-TEX® sauber erklärt
- Transparenz: Produktion nachvollziehbar
→ Ergebnis: wirkt solide.
Beispiel C: „Recycled Activewear“
- Material: recycelte Synthetik
- Siegel: vorhanden
- Zweck: Outdoor/Regen ok
→ Ergebnis: kann sinnvoll sein, wenn bewusst eingesetzt und lange genutzt.
Wie Blu.Brudi Greenwashing vermeidet
Bei Blu.Brudi® versuchen wir, Aussagen so zu machen, dass du sie schnell prüfen kannst:
- klare Materialangaben
- Fokus auf alltagstaugliche, langlebige Teile
- Transparenz, wo wir können (Produktion/Partner/Prinzipien)
- kein „grünes“ Blabla ohne Substanz
Wenn du neu bist, starte hier:
https://www.blu-brudi.de/pages/start-hier-nachhaltige-kindermode
Fazit: Lieber 60 Sekunden prüfen als dreimal falsch kaufen
Greenwashing wirkt, weil wir im Alltag wenig Zeit haben. Mit der 60-Sekunden-Routine sparst du dir Fehlkäufe, reduzierst Frust und kaufst seltener „aus Versehen“ Fast Fashion.
FAQ: Greenwashing erkennen
Ist ein Siegel immer ein Garant?
Nicht automatisch – aber es ist ein gutes Signal, wenn klar benannt wird, wofür es gilt.
Ist recycelt immer nachhaltig?
Es kann besser sein als neu – aber bei Kleidung bleibt Abrieb/Waschthema. Deshalb immer Einsatzbereich mitdenken.
Was ist der wichtigste Red-Flag?
Vage Claims ohne Material, ohne Siegelname und ohne Transparenz.
Weiterlesen im Blu.Brudi Ratgeber
Einstieg: Start hier: Nachhaltige Kindermode
Themenwelt: Siegel, Fairness & Transparenz
Passend dazu:
-
Bio, GOTS oder OEKO-TEX®?
-
Fast Fashion – Schattenseiten
-
Materialien & Babyhaut
-
Kinderkleidung Made in Germany